Professional reorientation: openness to new things

Den Berufseinstieg meistern, eine berufliche Neuorientierung wagen, offen für Veränderungen sein: Der berufliche Weg muss nicht in eine Schablone passen. Im Rahmen dieser Serie stellen wir euch drei Kookus vor und befragen sie zu ihren Anfängen, neu eingeschlagenen Richtungen und Tipps hinsichtlich der Karrieregestaltung.

Mit Josi haben wir während ihrer Zeit als Projekt- und Teamleiterin bei Kooku über ihren Remote-Arbeitsalltag gesprochen. Mittlerweile, knapp drei Jahre später, hat sie nicht nur Bali verlassen, sondern sich auch für eine berufliche Veränderung entschieden: Während ihr Team gewachsen ist, hat sie ihre Recruiting- und Projektmanagement-Aufgaben niedergelegt und verantwortet als Head of Growth und Success die strategischen und operativen Sales-Maßnahmen des Unternehmens. Wie diese berufliche Neuorientierung zustande kam, wo sie Parallelen zu ihrer früheren Tätigkeit sieht und was sie heute anders machen würde, erzählt sie uns hier.

Hattest du nach deiner Schulzeit einen konkreten Berufswunsch?

Ursprünglich wollte ich in Richtung Hotel-, Service- oder Eventmanagement gehen. Damals habe ich verschiedene Studiengänge ins Auge gefasst, die jeweils ein Tourismus- mit einem BWL-Element kombiniert haben. Nach meiner Schulzeit habe ich dann zunächst ein Jahr Auszeit genommen und neben einem Praktikum im Hotel verschiedene Jobs in der Gastronomie ausprobiert, um mir die Möglichkeiten in diesem Bereich ein wenig näher anzusehen.

Am Ende ist deine Wahl dann auf einen anderen Studiengang gefallen. Wie kam diese Entscheidung zustande?

Genau. Schlussendlich habe ich Wirtschaftspsychologie im Bachelor und Master studiert. Nach meinem Praktikum im Hotel ist mir bewusst geworden, dass es für den Weg, den ich für mich persönlich angedacht hatte, sinnhafter wäre, eine Ausbildung zu durchlaufen und mich dann innerhalb eines Unternehmens hochzuarbeiten. Ich hatte allerdings immer den Wunsch, zu studieren, daher habe ich mich dann noch einmal neu orientiert. So bin ich auf Wirtschaftspsychologie aufmerksam geworden: eine Verknüpfung aus BWL und Psychologie. Dort gab es dann auch verschiedene Schwerpunkte, beispielsweise Marketing oder Personalwesen. Einen konkreten Berufswunsch hatte ich damals noch nicht. Meine Absicht war es zunächst eher, breit aufgestellt zu sein.

Im Laufe des Masters hast du dich dann für eine der angebotenen Spezialisierungen entschieden.

Ja, ich habe den Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie gewählt. Wir haben uns beispielsweise mit den Themen Team- und Führungsentwicklung, Change-Management – generell menschlichen Prozessen innerhalb eines Unternehmens oder Wirtschaftsumfelds – befasst. Mein Masterstudiengang hatte eine wissenschaftliche Ausrichtung, dementsprechend lag ein weiterer Fokus darauf, auf statistischer Basis verschiedene Fragestellungen zu untersuchen und Schlüsse aus konkreten Hypothesen zu ziehen.

Welche Module in deinem Master haben dir besonders gut gefallen? Hat sich daraus ein Berufswunsch entwickelt?

Im Studium hatte ich auch Fächer, die sich in das größere Feld Personalauswahl einordnen lassen, beispielsweise Eignungsdiagnostik. Dort haben wir uns mit verschiedenen Testmethoden beschäftigt, wie zum Beispiel Assessment-Centern oder anderen Persönlichkeitstests, die in Personalauswahl und -entwicklung angewandt werden. Das fand ich superspannend! Ich habe dann die Praktikumszeit während des Masters genutzt, um mir den Bereich Personalentwicklung näher anzusehen. Dann habe ich festgestellt: Personalentwicklung ist langwierig und schwer messbar, es lassen sich nicht sehr schnell Erfolge sehen. Mich persönlich treibt es an, kontinuierlich Feedback zu erhalten und die Resultate meiner Arbeit zu sehen. So bin ich dann auf Recruiting gekommen. Die Arbeit geht mit einer stetigen Feedbackschleife einher und ist weniger langfristig und konzeptionell ausgerichtet. Das bereitet mir mehr Spaß als rein strategische Tätigkeiten.

Wie ging es nach deinem Masterstudium für dich weiter?

Nach dem Master habe ich angefangen, in einer Personalberatung im Recruiting zu arbeiten. Das war klassisches Headhunting. Praktische Erfahrung im Recruiting hatte ich bis dato noch nicht, einen Einstieg in dieses Berufsfeld ohne Berufserfahrung zu finden war damals jedoch glücklicherweise leichter als beispielsweise in die Personalentwicklung. Ich habe dort dann fünf Monate gearbeitet, ehe ich in die Recruiting-Abteilung der Deutschen Bahn gewechselt bin. Recruiting an sich gefiel mir sehr gut, die Arbeitsweise in der Personalberatung dagegen eher weniger.

Was war es, das du verändern wolltest?

Das Umfeld in der Personalberatung war sehr performance-orientiert, es gab sehr klar definierte Tagesziele, Fremdsteuerung und Druck waren entsprechend hoch. Die Tagesstruktur war sehr genau vorgegeben, dadurch hat mir persönlich die Freiheit gefehlt, mich zu entfalten und eigene Impulse einzubringen. Zusätzlich habe ich mich mit der Arbeitsweise nicht wohlgefühlt. Das ist der Grund, weshalb ich mich damals zunächst für einen Job im Inhouse-Recruiting entschieden habe: Bei der Deutschen Bahn bin ich im Auszubildenden- und Studierenden-Recruiting gelandet, wo wir beispielsweise Assessment-Center geplant und durchgeführt, Vorträge an Schulen gehalten und Messen besucht haben. Darüber hinaus standen auch die klassische Vorauswahl für verschiedene Positionen und das Führen erster Interviews auf der Tagesordnung. Dort war ich dann zwei Jahre, und das hat mir wirklich sehr großen Spaß bereitet.

Welche Station folgte dann?

Nach meiner Zeit bei der Bahn habe ich erst mal eine kleine Auszeit genommen und bin auf Reisen gegangen. Währenddessen habe ich mit Freelance-Recruiting angefangen, wieder nach dem Headhunting-/Provisionsmodell, aber diesmal selbstorganisiert und -gesteuert. Ich habe mir damals schon gewünscht, aus dem Ausland arbeiten zu können, und habe dann sozusagen erst einmal auf eigene Faust mein Glück probiert, denn zu diesem Zeitpunkt, das war 2018, habe ich noch keine richtige Möglichkeit gesehen, das auch in Festanstellung machen zu können. Bis ich dann auf Kooku gestoßen bin.

Vielleicht könntest du einmal ein Zwischenfazit festhalten: Was hat dich nach deinem Berufseinstieg und deinen ersten Jahren im Recruiting dazu bewogen, diesen Weg weiterverfolgen zu wollen?

Recruiting kann sehr unterschiedlich sein. Ein gemeinsamer Nenner der unterschiedlichen Stationen, der mir immer sehr gefallen hat, war jedoch die Vielfalt. Die Möglichkeit, viele unterschiedliche Berufsbilder und -wege kennenzulernen. Ich wiederhole mich, aber ein sehr großer Faktor für mich war und ist darüber hinaus, relativ schnell das Ergebnis meiner Arbeit zu sehen und ein Feedback zu erhalten. Die leichte Messbarkeit, die im Falle von Erfolgen mit positiven Gefühlen einhergeht. Die Arbeit im Recruiting ist abwechslungsreich, dynamisch, schnell und wird nicht langweilig.

Nach deiner Rückkehr aus dem Ausland folgte dein Einstieg bei Kooku.

Genau, bei Kooku bin ich als Recruiterin gestartet, kurze Zeit später wurde ich Senior-Recruiterin. Wir arbeiten für kleine über mittelständische Unternehmen bis hin zu Großkonzernen im Interim-Recruiting oder auch Recruitment Process Outsourcing. Im Rahmen meiner ersten Stelle bei Kooku habe ich an verschiedenen Kundenprojekten gearbeitet und dabei operative Recruiting-Aufgaben übernommen, Direktsuche, Interviewführung, Kundenkommunikation. Teilweise habe ich als Interim-Recruiterin auch bei verschiedenen Firmen vor Ort gearbeitet und deren Recruiting-Abteilungen für drei bis sechs Monate temporär unterstützt. So habe ich noch einmal ganz neue Bereiche kennengelernt und viel Wissen angesammelt. Parallel dazu habe ich dann relativ schnell begonnen, mein eigenes Team aufzubauen und mich entsprechend im Bereich Teamführung weiterzuentwickeln, neue Aufgaben in der Projektleitung zu übernehmen und die operativen Recruiting-Aufgaben nach und nach auszulagern. Mit meiner Rolle als Projektleiterin gingen dann hauptsächlich Qualitätsmanagement, Guiding und Strategie einher. Eine erste berufliche Neuorientierung: Der Inhalt meiner Arbeit war zu dieser Zeit im Wandel, neue Aufgaben kamen hinzu und lösten alte zumindest in Teilen ab.

Mittlerweile bist du Head of Growth and Success. Wie kam es zu dieser beruflichen Neuorientierung?

Während des Corona-Lockdowns 2020 haben viele unserer Kunden das Recruiting eingestellt, was schließlich dazu geführt hat, dass ich keine Projekte mehr hatte. Im Zuge dessen habe ich mir überlegt, wie ich dem Unternehmen helfen kann, und dann begonnen, unseren Geschäftsführer bei Sales-Maßnahmen zu unterstützen, also Kaltakquise zu machen oder Kunden zu kontaktieren. Als das Projektgeschäft dann einige Monate später wieder angelaufen war, habe ich meine Sales-Aufgaben parallel weitergeführt und ausgebaut, beispielsweise habe ich mich zusätzlich in Vertragsprozesse eingearbeitet. Im Jahr 2021 ist Kooku dann immer stärker gewachsen und mit der Firma konsequenterweise auch der Bedarf an Kundenprojekten. Schließlich war meine Rolle dann dreigeteilt: Neben meiner Arbeit an Kundenprojekten und meinen Aufgaben als Teamleiterin habe ich 20 bis 30 % meiner Zeit dem Sales-Bereich gewidmet. Zu Beginn des letzten Jahres haben wir uns dazu entschieden, neue Positionen zu bilden, also eine Sales- und Accountleitungsfunktion und eine People-Funktion. Da ich die Sales-Position zu diesem Zeitpunkt bereits anderthalb Jahre erfolgreich ausgeführt hatte, war der vollständige Wechsel und damit eine endgültige berufliche Neuorientierung der logische nächste Schritt für mich.

Was hat dich dazu bewogen, dich vollends auf den Sales-Bereich zu fokussieren?

Die Arbeit im Sales hat mir zunehmend mehr Spaß bereitet, vor allem der direkte Kundenkontakt. Ich bin jetzt zu 100 % in einer internen Funktion und unterstütze gleichzeitig mein Team. Zudem betreue ich Projekte in meiner Funktion als Account-Managerin nach wie vor nachhaltig, nicht nur im Akquise-Prozess. Ansonsten sind sich Sales und Recruiting sehr ähnlich: schnelllebig und dynamisch. Ich bin sehr flexibel in meiner Arbeit und habe Spaß daran, das Unternehmen weiterzuentwickeln und stetig dazuzulernen.

Welche Fertigkeiten, die du im Rahmen deiner bisherigen Laufbahn erworben oder vertieft hast, sind nun im Sales hilfreich für dich?

Schnell sein! Schnell antworten, schnell reagieren, Dinge schnell umsetzen, schnelle Lösungsfindung. Das ist sowohl im Recruiting als auch im Sales von Bedeutung. Wenn du zu langsam bist, verlierst du. Außerdem wichtig ist Flexibilität. Das große Ganze im Blick behalten, sich Alternativen überlegen, alles präsentieren können, was relevant ist oder sein könnte: seien es Services für Kunden oder Jobmöglichkeiten für Kandidatinnen und Kandidaten. Aktiv und gut zuhören. Was wünschen sich Kunden oder Kandidatinnen und Kandidaten, was motiviert sie? Ich denke, dass ich das auch aus meinem Studium mitgenommen habe. Ein gutes Zahlenverständnis ist ebenfalls elementar. Ich beschäftige mich permanent mit Zahlen, beispielsweise in Form von Umsätzen und Stundenkapazitäten.

Welche Faktoren haben dir die berufliche Neuorientierung damals erleichtert oder erschwert?

Sehr positiv war, dass ich langsam in die neuen Aufgaben hineingewachsen bin und entlang des Weges entscheiden konnte, ob sie mir gefallen und liegen oder eben nicht. Was ich hätte noch besser machen können: Ich denke, ich hätte mir zu Beginn noch mehr Zeit für fachliche Weiterbildung nehmen können. Ich bin immer noch dabei zu lernen, jeden Tag. Besonders jetzt, wo ich Wissen an andere weitergebe, fällt mir auf, wie immens wichtig eine feste Grundlage ist. Dafür habe ich nun auch eine externe Beratung, die mir hilft.

Wie können Unternehmen Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger unterstützen?

Bei Kooku bieten wir ein sehr umfangreiches, gut strukturiertes Onboarding an, das am Anfang anhand verschiedener Schulungen erst einmal die wichtigsten Grundlagen des Jobs vermittelt. Außerdem wird jeder neuen Mitarbeiterin bzw. jedem neuen Mitarbeiter ein Onboardingbuddy zur Seite gestellt. Eine Person, die nicht gleichzeitig die Teamleitung ist und an die man sich im Falle von Fragen und Unsicherheiten vertrauensvoll wenden kann. Direkt durchstarten ist super. Ich denke, die Verbindung von Theorie und Praxis ist ein sinnvolles Konzept und unterstützt die berufliche Neuorientierung.

Wie können Unternehmen von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern profitieren?

Ich denke, dass Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger interessante Perspektiven aus anderen Jobs mitbringen. Neue Sichtweisen auf Dinge, die zu neuen Lösungen und Strategien oder erfrischenden neuen Erkenntnissen führen können, die man so nicht unbedingt bedacht hätte.

 

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In dieser fesselnden visuellen Darstellung moderner Rekrutierungsdynamik strahlt ein dynamischer Personalberater mit schulterlangem braunem Haar Selbstvertrauen und Zugänglichkeit aus. In einem eleganten schwarzen T-Shirt gekleidet, steht er vor einem minimalistischen weißen Hintergrund, der durch eine gerahmte Karte von Friedrichshain-Berlin aufgewertet wird – eine emblematische Note, die urbane Eleganz und trendsetzende Orte widerspiegelt. Üppige grüne Pflanzen, die die Szene flankieren, sorgen für Lebendigkeit und symbolisieren Wachstum, was dies zu einer idealen Darstellung für progressive Talentakquisitionsstrategien macht. Das warme Lächeln des Personalvermittlers lädt zum Engagement ein und verkörpert perfekt das zukunftsorientierte Ethos, das in der heutigen wettbewerbsorientierten Einstellungslandschaft unerlässlich ist.

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